Smart Glasses, schon davon gehört? Smart Glasses gehören zu den sogenannten Wearables, also tragbaren Computern, wie auch z.B. die populären Smartwatches. Damit lassen sich Video- und Audioaufnahmen machen, sogar live ins Internet übertragen oder Informationen zu Umfeld und Gegenständen abrufen. Laut einem großen Hersteller sind bis dato 7 Millionen Stück in Umlauf gebracht worden, in diesem Jahr sollen 10 Millionen verkauft werden. Diese Daten sind von EssilorLuxoticca, einem mit Meta kooperierenden und gemäß Netzpolitik.org führenden Anbieter. Daneben werden Apple und OpenAI genannt, die Smart Glasses auf den Markt bringen wollen. Dies sorgt für Aufruhr.
Grad wollte ich schreiben, das Thema Smart Glasses gab es vor Jahren schon einmal mit Google Lenses und habe dies kurz recherchiert um dies zeitlich zu verorten. Gefunden habe ich den Artikel Google wird neue Modelle auf den Markt bringen, u.a. in Kooperation mit Samsung und Warby Parker, einem Brillenhersteller. Meta übrigens kooperiert u.a. mit Ray-Ban. Eine Recherche zu Smart Glasses führt im übrigen zu einer Vielzahl oder wenigstens handvoll weiterer, mitunter sehr günstiger Anbieter.
Der Anlass hierzu einen Artikel im FMarket Film / Video Blog zu schreiben sind ganz einfach die neuen Möglichkeiten, die solche Geräte mit sich bringen. Man denke an die neuen Möglichkeiten für Film und Video, an neue Ästhetiken und neue Formate oder zumindest Eindrücke z.B. beim Bloggen oder Podcasting. Sehr anschaulich bringen dies derzeit die bei der Fußball WM hin und wieder eingeblendeten Perspektiven der Schiedsrichter rüber. Das bringt schon neue Ansichten, Einsichten und eine gute Portion Action mit sich. Auch fällt mir schon eine Szene ein: zwei Leute, deren Gesprächsthema sich Dritten gar nicht erschließt, denn sie reden über auf den Smart Glasses ausgegebene Themen in einer für sie plausiblen aber für andere nicht nachvollziehbaren Welt.
Alles gut und schön und doch gibt es oben angedeuteten Aufruhr bis hin in die höchsten Ebenen der Politik. Die positiven Effekte sind die neuen Möglichkeiten Aufnahmen zu machen, eine quasi als Add-on leicht zu tragende Kamera, die zudem noch AR Funktionen umfassen und Informationen zum Umfeld abrufen kann. Auch künstliche Intelligenz ist dabei im Spiel und nicht zuletzt da fängt es an schwierig zu werden: Weitergabe von Daten, sogar Aufnahmen von Personen und dann noch wohin?
Die Realität ist also nicht so blumig, denn im Run um Klicks werden auch ganz andere Themen angesprochen und klar dabei ist der unter der Gürtellinie liegende ewige Evergreen dabei. Rizzfluencer werden Leute genannt, die heimlich derartig ungewollte Aufnahmen erstellen. Doch die Problematik geht viel weiter und berührt neben den Persönlichkeitsrechten eben auch das allgemein große Thema des Datenschutzes auch unter Betrachtung einer möglichen allgegenwärtigen Überwachung. Eine umfassende Betrachtung dazu gibt es bei Netzpolitik.org im Artikel mit dem originellen Namen Ich sehe was, was du nicht siehst (Überwachungsbrille von Meta).